Sperrung der Borkumstraße

Vom Herbst 2016 bis Herbst 2017 war ein Teil der Borkumstraße aus Gründen der Verkehrssicherheit für den motorisierten Verkehr gesperrt. Mittlerweile musste das Bezirksamt die Sperrung wieder aufheben.

UPDATE vom 17.11.2017: Mittlerweile hat das Bezirksamt die Sperrung wieder aufheben müssen. Alle Informationen dazu und zum weiteren Verfahren finden sich im neuen Blogartikel.


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Artikel vom 08.04.2017:

Die Schulleitung und die Gesamtelternvertretung drängen schon seit fast 10 Jahren darauf: die Sperrung der Borkumstraße zwischen der Lauterbach- und der Neumannstraße. Der ursprüngliche Plan sah die Entwidmung des öffentlichen Straßenlandes und die Angliederung an das Schulgelände des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums vor: Dort wo Autos fuhren und parkten, sollte der Zentrale Eingangsbereich der Schule entstehen.

Straßenland sollte Teil des Schulhofs werden

Damit hätte das aus allen Nähten platzende Gymnasium die Lücke zwischen dem Hauptcampus und den Gebäuden neben der Wolkensteinschule geschlossen. Auf der Fläche sollte auch eine Fahrradabstellanlage gebaut werden, für die auf dem bisherigen Campus kein Platz gewesen wäre. Dazu kommt der täglich mehrmalige Wechsel von Schüler*innen zwischen den Unterrichtsgebäuden über die Borkumstraße. Eine Sperrung in diesem Bereich hätte die Verkehrssicherheit für die Schüler*innen erheblich erhöht.

2012: Bezirk spricht sich gegen eine Entwidmung der Straße aus

Doch der Plan ging nicht auf: 2012 lehnte das Bezirksamt den Beschluss der BVV, ein entsprechendes Umsetzungskonzept zu erarbeiten, ab. Die Kosten zur Verlegung der unter der Straße verlaufenden und nicht zu überbauenden Leitungen wären vor der letztendlich entscheidenden Senatsverwaltung nicht zu rechtfertigen. Auch die auf dem Kissingenstadion geplante (und nicht vor 2019 zu nutzende) Sporthalle wurde 2012 bereits in die Berechnung zur Schulfläche und damit in die Ablehnungsbegründung mit einbezogen.

Hier soll die neue Sporthalle entstehen, die die Schule frühestens im Schuljahr 2019/2020 nutzen können wird. Doch schon 2012 wurde die geplante Halle in die Ablehnungsbegründung zur Entwidmung der Borkumstraße mit einbezogen.

Anfang 2016 kam dann wieder Bewegung in die Sache: der damalige Bezirkstadtrat Jens-Holger Kirchner zeigte sich geneigt, zumindest einer Sperrung der Straße für den motorosierten Verkehr zuzustimmen.

2016 wurde der Abschnitt zwischen den Schulen aus Gründen der Verkehrssicherheit gesperrt

Nach einem weiteren Treffen zwischen der Schulleitung und Kirchner wurde vereinbart, dass die Borkumstraße ab dem 05.09.2016 zwischen der Hausnummer 17a und der Neumannstraße mit Pollern und Verkehrszeichen versehen und gesperrt wird.

Anfang November 2016: die Borkumstraße wurde für alle Verkehrsteilnehmer zwischen der Hausnummer 17a und der Neumannstraße gesperrt. Ab Dezember 2016 dürfen Radfahrende auch offiziell wieder zwischen den Pollern durchfahren.

Auf der Sitzung des Pankower Verkehrsausschusses am 06.04.2017 bekräftigte Bezirksschulstadtrat Dr. Torsten Kühne, dass das Bezirksamt die Sperrung beibehalten will.

Anwohnerbeschwerden gegen die Sperrung

Nach Angaben des Bezirksstadtrats gibt es Anwohnerbeschwerden gegen die Sperrung. Auch das bereits 2012 vom Bezirksamt genannte Argument, Oberschüler*innen müssten die Querung einer Nebenstraße auf der Tempo 30 gilt, verkehrssicher bewältigen, wurde von den Anwohner*innen angeführt. 

Eine Million Querungen von Schüler*innen im Schuljahr

Dagegen spricht, dass sich die Schülerzahlen am Rosa-Luxemburg-Gymnasium auf mittlerweile über 900 Schüler*innen erhöht haben und es seit einigen Monaten einen Modularen Ergänzungsbau gibt. Aufgrunddessen geht die Schulleitung mittlerweile von einer Million Querungen pro Schuljahr aus. Insbesondere die Tatsache, dass sich in den Schulgebäuden auf der südlichen Seite der Borkumstraße keine Mensa und keine Fachunterrichtsräume befinden, hat einen häufigen Wechsel der Schüler*innen zwischen den beiden Standorten zur Folge.

Verkehrssicherheit steht 10 Parkplätzen & einigen Sekunden Fahrzeitersparnis gegenüber

Die Maßnahme der Sperrung der Borkumstraße ist dem Bezirksamt zufolge die schnellste umzusetzende Möglichkeit um die Verkehrssicherheit für die Schüler*innen aufrecht zu erhalten. Nach Angaben von Kühne rechnet das Bezirksamt, insbesondere im Hinblick auf die Erfahrung mit den Beschwerden und der Klage von Anwohner*innen gegen die temporäre Spielstraße in der Gudvanger Straße, mit weiteren Anwohnerbeschwerden.

5 Kommentare zu “Sperrung der BorkumstraßeKommentar verfassen →

  1. Mir erschließt sich ein Klagegrund gegen die Straßensperrung überhaupt nicht. Alle Anwohner der Borkumstraße profitieren von der Abwesenheit der abkürzenden, selten 30 km/h fahrenden Autofahrer.
    Der Schulweg wird für die Grund- und Oberschüler nicht nur im gesperrten Bereich sicherer.
    Der Wegfall der 10 Parkplätze und der Minutenumweg über die Kissingenstraße können doch für die Bequemlichkeit einiger weniger nicht die Vorteile der Mehrheit aufwiegen.

    1. Es sind 30 und nicht 10 Parkplätze weggefallen. Mindestens die Hälfte des Jahres ist es nun Brachland (Ferienzeiten; Wochendendzeiten, Feiertage und Zeiten nach 17.00 Uhr und die Nächte zusammengerechnet). Kein Anwohner profitiert davon, da die Parkplatzsituation noch schlechter als vorher ist. Die Schüler queren die Straße auch außerhalb des gesperrten Bereichs. Die Sperrung nutzen sie hauptsächlich für Pausenaufenthalte und um sich dort ins Koma zu saufen, während der Direktor dieser Schule in der Kissingenstraße beim Bäcker Brötchen kauft und sich sagt, interressiert mich nicht, ist ja öffentliches Straßenland. Post- und andere Zusteller können ihre Pakete nicht mehr vernünftig zustellen, LKW´s fahren sich reihenweise in den engen Straßen fest, weil sie nicht mehr über die Borkumstraße ausfahren können. Es hatte nie einen Unfall in der Straße mit Schülern gegeben. Die Maßnahme ist völlig unverhätnismäßig. Verschwiegen wurde den Anwohnern, dass ein weiteres Schulgebäude auf dem Schulhof errichtet wird, weshalb man auf lange Sicht den gesperrten Straßenteil als Schulhof benötigt. Das Gymnasium war ausgelegt für etwas über 400 Schüler. Dann kann der Direktor schlicht nicht 1000 Schüler und mehr annehmen. Eine Farce einhergehend mit grüner Stadtpolitik.

      1. Genauso ist ein eigener PKW in einer gut erschlossenen Lage in der Nähe eines S- und U-Bahnhofs sowie Bushaltestellen in kurzer Entfernung für 95% der Anwohner nicht notwendig, geschweige denn, dass diese einen Anspruch auf die Abstellmöglichkeit ihres PKW auf öffentlichem Straßenland haben.
        Und genauso wie Sie mit den Randzeiten argumentieren, in denen dort keine Kinder die Straße überqueren, so benötigen eben nicht nur 95% der Menschen keinen eigenen PKW, sondern so stehen aktuell auch PKW zu mindestens 95% sinnlos im Straßenland rum, ohne, dass dieses in dem Zeitraum für eine andere Nutzung verfügbar wäre.
        Bei 30 weggefallenen Parkplätzen macht das 540m² Fläche; der jetzt zusätzliche Straßenraum kommt noch dazu.

  2. Welcher Nutzung sollen denn Parkflächen zugeführt werden? Trinkgelagezonen für Schüler oder sollen alle Parkflächen zu Radwegen gemacht werden? Es gibt ebensowenig einen Anspruch von Fußgängern und Radfahrern auf Fußwege oder Radwege wie einen Anspruch auf einen Parkplatz. Es ist ein Miteinander. Die Vorschläge der Anwohner wurden gar nicht erst ernst genommen. Die Maßnahme ist vollkommen unverhätnismäßig. Es gibt nicht ansatzweise einen logischen und vernüfntigen Grund, die Straße zu Schulzeiten ab 17.00 am Nachmittag bis 7.30 Uhr am nächsten Morgen und an den Wochenenden sowie in den Ferienzeiten und an den Feiertagen rund um die Uhr als Fahr- und Parkfläche nicht zu nutzen.

  3. So, nun hat das Verwaltungsgericht die Straßensperrung ersteinmal für unzulässig erklärt. Absolut korrekte Entscheidung und Gratulation an die klagenden Anwohner. Ob die Straße allerdings wieder aufgemacht wird, das glaube ich nicht, jedenfalls nicht langfristig. Denn jetzt wird man sie entwidmen und komplett als Schulhof nutzen. Das ist es doch, was die Schulleitung begehrt. Offensichtlich kann ein Schuldirektor auch agieren wie er will. Kann tausend Schüler und mehr aufnehmen, obgleich er nur PLatz für etwas mehr als 400 Schüler hat. Seltsam, seltsam.

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