Pankower Tor – Wie ist der Stand? (Februar 2017)

Seit fast einem Jahrzehnt liegen die Flächen des ehemaligen Rangierbahnhofs Pankow und das Bahnbetriebswerk brach. Fast ebenso lang wird um die Nutzung des Geländes gerungen. Der Unternehmer Kurt Krieger will auf dem Gelände investieren. Den jeweils aktuellen und belegbaren Stand der Planungen und Überlegungen sollen nun die Beiträge “Pankower Tor – Aktueller Stand” darstellen.

Nicht jede*r hat immer alles auf dem Schirm was sich beim riesigen Bauprojekt “Pankower Tor” direkt im Herzen Pankows seit Beginn im Jahr 2009 alles verändert hat. Zwar gibt es ständig neue Nachrichten zum Projekt, doch wer sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Planungen zu dem Vorhaben auf dem alten Rangierbahnhof verschaffen will, wird auch auf der Seite des Projekts enttäuscht. Mit dem Projekt entstehen nicht nur neue Einkaufsmöglichkeiten und Wohnungen; es wird auch neue Verkehrswege geben und unser direkt angrenzender Kissingenkiez wird davon unmittelbar betroffen sein: Höchste Zeit also für einen Überblick zu den aktuellen Planungen.

Durch die im Januar 2017 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen beantwortete Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Florian Swyter (FDP) sowie den Aussagen des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen im Abgeordnetenhaus, Stefan Gelbhaar, und dem frisch gewählten grünen Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Bürgerdienste, Vollrad Kuhn, gibt es außerdem wieder Neuigkeiten zum Projekt Pankower Tor.

Und hier ist der aktuelle Stand der öffentlich bekannten Planungen zu den Themen Einkaufszentrum und Möbelhäuser, Wohnbebauung, Soziale Infrastruktur, Verkehr und was sonst noch so Wichtiges beim Projekt geschieht:

Einkaufszentrum und Möbelhäuser

Blick vom Autobahnzubringer in Richtung Westen über das Gelände des Pankower Tors. Im Vordergrund sollen zwei Möbelmärkte und ein Fachmarkt entstehen.

Wohnraumbebauung

  • Zwischen der verlängerten Neumannstraße im Westen, dem verlängerten Dettelbacher Weg im Osten sowie der Stettiner Bahn im Norden und der Granitstraße im Süden sollen 1.000 Wohnungen entstehen. Gut 250 davon sollen eine Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten.
  • Genauere Planungen zum Wohnquartier sollen erst nach einem Architekturwettbewerbsverfahren veröffentlicht werden. Angestrebt wird zwar keine allzu hohe Bebauung und der städtebauliche Charakter des angrenzenden Kissingenkiezes soll über die Granitzstraße weiter geführt werden, dennoch wird es nicht nur dreigeschossige Wohnbauten geben. Erste Ergebnisse aus dem Verfahren versprach Krieger auf der Bürgerversammlung im März 2016 bereits für den vergangenen Herbst 2016. Diese sollten dann auch im Pavillon am Bahnhof Pankow gezeigt werden – veröffentlicht ist seitdem jedoch noch nichts.

Soziale Infrastruktur

Später soll der denkmalgeschützte Lokschuppen mal eine Aula werden – wenn er bis dahin nicht in sich zusammen gefallen ist. Das Bezirksamt reagiert nun mit der Androhung von Sicherungsanordnungen und will die Kosten dafür vom Eigentümer eintreiben.
  • Der Rundlokschuppen soll zur Aula für die ISS umgebaut werden. Derzeit verfällt der Lokschuppen jedoch zusehends und der Bezirk hat dem Investor eine Frist zur Instandhaltung gesetzt.
Blick auf das geplante Schulgelände der Grund- und Integrierten Sekundarschule. Links des asphaltierten Weges soll das 50.000 m² Schulgelände beginnen und sich etwa bis zum ehemaligen Bahnverwaltungsgebäude erstrecken.

Verkehr

  • Die BVG-Haltestellen für Busse und Straßenbahnen Richtung Breite Straße am S- und U-Bahnhof Pankow sollen verbreitert werden. Dafür soll mittelfristig die Linksabbiegerspur in die Florastraße aufgehoben werden.
    Quelle: BVV-Beschluss und Antwort des Bezirksamtes zur Drucksache VII-1110
  • Langfristig soll mit dem Bau des Stadtplatzes vor dem Einkaufszentrum die Haltestellenanordnung am Bahnhof Pankow neu geplant werden.
  • Auf der Bürgerversammlung im März wurde die Straßenbahnlinie auf der Granitzstraße nicht mehr weiter verfolgt. Die Kund*innen sollten das Einkaufszentrums und die Möbelmärkte über die S-Bahnhöfe Pankow und Pankow-Heinersdorf mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Durch den #r2g-Koalitionsvertrag ist das Projekt der Tangentialverbindung einer Straßenbahnlinie zwischen Pankow und Weißensee entlang der Granitzstraße wieder aktuell.
    Quelle: Koalitionsvertrag des Rot-Rot-Grünen Senats
Informationsveranstaltung zum Pankower Tor am 08.03.2016. der plan im hintergrund beinhaltet eine trassenfreihaltung für eine straßenbahnstrecke entlang der granitzstraße

Und sonst so?

2 comments on “Pankower Tor – Wie ist der Stand? (Februar 2017)Add yours →

  1. Gute Zusammenfassung, danke! Was seit Beginn fehlt ist ein Gesamtverkehrskonzept. Neue Optionen des Radschnellweges #PankeTrail fehlen und müssen integriert werden, zumal dieser (http://adfc-berlin.de/radverkehr/infrastruktur-und-politik/374-ideenwettbewerb-deine-radschnellroute-adfc-praesentiert-vorschlaege-fuer-berlin.html) als eines der 10 Prioritäten Radschnellwegprojekte konstatiert wurde.
    Die Probleme um dieses Projekt sind ja schon Jahre alt und u.a. hier (https://www.facebook.com/rangierbahnhof.pankow/?ref=ts&fref=ts) nachzuvollziehen.
    Pankow ist derzeit übervoll mit Durchgangsverkehr, der aus dem NordOsten über die Damerowstrasse und aus NordWesten über die Dietzgenstrasse am Anger Breite Strasse kumuliert und zwischen 7 und 9 h als auch nachmittags diese Strassen als auch die Wollankstrasse zustaut. Aktualisierte Verkehrskonzept und Verkehrsberechnungen sind nach wie vor nicht vorhanden. Gerade diese sind aber essentiell um diesen geplanten Zuwachs mit erfassen zu können. Es fehlt an allen Ecken und Enden ein leistungsfähiger ÖPNV (Tram M1 weiterführen nach Norden; U2-Verlängerung; Zuführung zur S-Bahn Heinersdorf über Tram 50 erweitern) , so dass das individuelle Stau-Anstellen auf den genannten Strecken minimiert werden könnte. Dazu muss die Radinfrastruktur sicher ausgebaut werden, Konzepte als auch umgesetzte Maßnahmen (Dietzgenstr.) müssen weiter schnell umgesetzt bzw erweitert werden.
    An den Pankower S-Bahnstationen müssten entsprechende sichere Radparkhäuser installiert werden, die neuen Ständer dort sind bereits jetzt deutlich überfüllt.
    In einem neuen Wohnquartier muss der Individualverkehr eingeschränkt bleiben, da ein entsprechender Zuwachs Pankow kaum positiv zustünde.
    Und: es müsste dann auch mal begonnen werden, inklusive innovativer und neuer Verkehrs- und Wohnkonzepte, statt alter überholter Beton- und Benzinplanung.

  2. Heute soll ja nun vielleicht (Man mag es kaum glauben.) eine Absichtserklärung veröffentlicht werden. Mal abwarten – Gebaut wird deswegen noch lange nicht.

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